Faxgeräte

Sind Faxgeräte out?

In Zeiten von Internet, E-Mail und Whats-App sollte man meinen, dass Faxgeräte langsam in die Rente geschickt werden können. Privat wird ein klassisches Faxgerät heute kaum noch verwendet. Anders sieht es allerdings in der Geschäftswelt aus.

Natürlich hat sich auch hier die Kommunikation verändert und dedizierte Faxgeräte sind aus vielen Büros komplett verschwunden. Aber in manchen Branchen ist das Faxen nach wie vor ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zum Beispiel in Arztpraxen und in Apotheken. Die Nutzung geht von Kostenvoranschlägen für die Krankenkasse bis zu Hilfsmittelfragen, Laborbefunden, Formularen für das Steuerbüro und Bestellungen an die Lieferanten.

Im Rechtswesen, Finanzwesen und im Immobiliensektor gehören Faxe noch immer zum Standard. Auch bei Behörden ist das Faxen weit verbreitet. Im Impressum sehr vieler Unternehmen ist noch immer eine Faxnummer aufgeführt.

Das Fax ist auch immer dort besonders sinnvoll, wo Branchen oder Geschäftspartner mit unterschiedlich hohem Technologiegrad aufeinander treffen. Es hilft, dort technologische Lücken zu schließen, wo der Arbeitsalltag nicht mehrheitlich an einem PC-Arbeitsplatz stattfindet – zum Beispiel im Handwerk.

Faxgerät Canon i-SENSYS FAX-L150Lt. Marktforschern der IDC gaben mehr als die Hälfte von befragten 1.000 US-Konzernen an, ihre Fax-Nutzung sei im vergangenen Jahr konstant geblieben. Ein knappes Fünftel der Unternehmen bestätigt sogar, die Technologie wieder häufiger zu nutzen. Von einer kompletten Abkehr vom Fax sprach hingegen kaum ein Studienteilnehmer.

Einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Bitkom (2016) zufolge nutzen acht von zehn deutschen Unternehmen (79 Prozent) häufig das Faxgerät zur internen oder externen Kommunikation, nur halb so viele (40 Prozent) setzen Online- oder Videokonferenzen ein und sogar nur 15 Prozent Soziale Netzwerke.

Faxe verschaffen Rechtssicherheit

Wenn ein rechtssicherer Schriftverkehr notwendig ist, bieten Faxe eine schnelle und unmittelbare Lösung. Sie sind verbindlich, rechtssicher und vor allem nachweisbar. Möglich wird dies durch das Sendeprotokoll und den Sendebericht.

Viele Unternehmen und Behörden benötigen auf Dokumenten den Nachweis einer eigenhändigen Unterschrift und eine rechtssichere Empfangsbestätigung – beides erfüllt das Fax im Gegensatz zu vielen digitalen Lösungen problemlos. Vor Gericht können Faxe sogar als Beweisstück dienen.

Technologie

Neben den klassischen Faxgeräten gibt es heute eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten, die Kommunikationsform zu nutzen.

Multifunktionale Geräte bzw. Multifunktionsdrucker sind oft auch mit Faxfunktionen ausgestattet, denn in den Geräten sind ist auch ein Scanner, ein Druckwerk und ein Speicher eingebaut, die zum Faxxen benötigt werden.

Fax-Server als Inhouselösung sind PC`s – oder Server mit spezieller Software, die die Fax-Kommunikation von ein- oder ausgehenden Faxnachrichten erledigen.

Externe Fax-Dienstleister übernehmen die Aufgabe, Faxe zu versenden und empfangen via Cloud.

Auch mit einem iPhone- oder Android-Smartphone haben Sie alle technischen Voraussetzungen, um ein Fax zu versenden („SMS to Fax App“).

Ein Blick in die Vergangenheit

Telefax, Tele-Facsimile oder Fernkopie ist die Übertragung eines Dokumentes in Form eines in Linien und Pixel gerasterten Bildes. Bereits 1843 wurde ein Kopiertelegraph erfunden, mit dem Handschriften und Zeichnungen elektrisch übertragen werden konnten. Der erste kommerzielle Telefax-Dienst wurde 1865 zwischen Paris und Lyon eingerichtet.

Die ersten Geräte einer neuen Telefaxgeneration gab es in Deutschland in den 1970er Jahren. 1979 wurde der Faxdienst durch die Deutsche Bundespost offiziell eingeführt. Ab Ende der 1980er Jahre wurde das Fernkopieren für Firmen interessant und bereits ab Anfang der 1990er Jahre kam kaum mehr ein Büro ohne Faxgerät aus. Der weltweite Siegeszug war möglich geworden, weil es eine weltweite geltende technische Norm zur Übertragung gibt und weil die Bedienung äußerst einfach ist.